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Hyperbare Oxygenierung

Univ Prof Dr Felix Stockenhuber

Hyperbare Oxygenierung insbesondere in der Einzeldruckkammer

Die hyperbare Oxygenierung ist eine Therapieform bei der ein Patient/Proband reinen Sauerstoff unter erhöhtem Umgebungsdruck über einen definierten Zeitraum einatmet.
Der erhöhte Umgebungsdruck (Überdruck) wir in typischer Weise in einer Druckkammer erzeugt.

Prinzip:

Im Rahmen der hyperbaren Sauerstofftherapie wird der Patient mit 100 % reinem Sauerstoff behandelt, der sich in den Körperflüssigkeiten entsprechend dem angewendeten Druck anreichert. Beim Menschen wird Sauerstoff überwiegend durch die chemische Bindung an das in den roten Blutkörperchen enthaltene Hämoglobin transportiert. Die Zahl der roten Blutkörperchen, bzw die Hämoglobinmenge ist daher ausschlaggebend für die Sauerstofftransportkapazität des Blutes. Sauerstoff befindet sich - in geringem Umfang - allerdings auch in physikalisch gelöster Form im Blut, sowie in allen Körperflüssigkeiten. Die Menge des physikalisch gelösten Sauerstoffs ist abhängig vom Sauerstoffpartialdruck in der Atemluft. Da die roten Blutkörperchen, bzw. das Hämoglobin bereits bei normaler Atemluft (21 % Sauerstoff) zu 95 bis 100 % gesättigt sind, ist eine Steigerung des Blutsauerstoffgehaltes über den an Hämoglobin gebundenen Sauerstoff praktisch nicht möglich. Die Anhebung des Sauerstoffanteils (Partialdrucks) in der Atemluft von 21 auf 100 % (etwa fünffach), bewirkt eine proportionale Erhöhung der im Blut gelösten Sauerstoffmenge. Eine weitere Steigerung des Sauerstoffpartialdrucks ist durch Erhöhung des Umgebungsdruckes möglich, weil die Menge des in einer Flüssigkeit gelösten Gases proportional mit dem auf der Flüssigkeit lastenden Druck zunimmt. Atmet ein Mensch in einer Druckkammer reinen Sauerstoff bei einem Druck von zum Beispiel 2.5 bar, gelangt ungefähr die 20 fache Menge an Sauerstoff im Blut in Lösung. Bezogen auf den gesamten Sauerstoffgehalt im Blut ist dieser Steigerungseffekt nicht sehr groß, jedoch trotzdem bedeutsam: dadurch wird die Diffusionsstrecke für Sauerstoff im Kapillarbereich (die Strecke zwischen Blutgefäß und Zelle) von normalerweise 64 Mikrometer auf 247 Mikrometer, also auf rund das 4 fache, vergößert, was bei Durchblutungsstörungen und anderen Sauerstoffmangelzuständen von Bedeutung ist.

Anwendungsgebiete:

Nach den Empfehlungen der medizinisch wissenschaftlichen Fachgesellschaften für hyperbare Sauerastofftherapie in Europa und weltweit ergeben sich aufgrund von evidenzbasierten wissenschaftlichen Untersuchungen folgende Indikationen:

  • Clostridiale Myonekrosen/Gasbrandinfektion oder andere anaerobe Infektionen
  • Knochennekrosen
  • Kohlenmonoxid-/Cyanid-/Rauchgasvergiftung
  • Luft-oder Gasembolie, verursacht durch Tauchunfall oder iatrogene Luftembolie
  • nekrotisierende Weichteilinfektionen
  • Neuroblastomrezidiv, Stadium IV
  • Radionekrosen an Knochen und Weichteilgeweben
  • Überbrückung von akuten Blutverlusten bei Ablehnung einer Bluttransfusion, etwa aus religiösen Gründen
  • Diabetisches Fußsyndrom
  • Akute traumatische Ischämie (Quetschverletzungen, Compartment Syndrom)
  • Akuter Hörsturz, Knalltrauma, akuter Lärmschaden, akuter Tinnitus mit nachgewiesenem Haarzellschaden
  • ausgewählte Problemwunden (Wundheilungsstörungen bei Diabetes mellitus, arterielle nicht heilende Ulcera)
  • Beeinträchtigtes Transplantat (Transplantate und Verschiebelappen)
  • Hirmabszesse
  • Knochenmarksödeme und aseptische Knochennekrosen
  • Nebenwirkungen einer Strahlentherapie mit Wunden oder Organschäden an Haut, Blase oder Enddarm
  • chronische anderwertig behandlungsrefraktäre Osteomyelitis
  • Otitis externa maligna

Prizipiell gibt es Einpersonendruckkammern und Mehrpersonendruckkammern.
Die Dichte an Mehrpersonendruckkammern ist bei weitem nicht ausreichend. Die unvergleichlich höheren Kosten, der deutlich größere Platzbedarf scheinen dafür die wesentlichen hinderlichen Gründe zu sein.
Die Vorteile der abgebildeten Einpersonendruckkammer ist dagegen naheliegend und offensichtlich.
Ungleich geringere Anschaffungskosten, ungleich geringerer Platzbedarf, einfache und sichere Bedienbarkeit.
Damit kann eine deutlich größere Anzahl dieser Einpersonenkammern hinkünftig nicht nur in Ballungsräumen das umfassende Indikationssspektrum für die genannten Therapie vor Ort ohne große Anfahrtswege und Anfahrtszeiten und ohne große Wartezeiten für die Patienten abdecken.

Univ. Prof. Dr. Felix Stockenhuber

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